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„Die Kunst des Rennfahrens besteht darin, so langsam wie möglich der Schnellste zu sein !“
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Vorwort

 

Der Internationale Wintershall VW Polo-Cup ist ein Stück interessante Motorsportgeschichte und zudem gerade bei jüngeren Motorsportfans ziemlich unbekannt. In der Szene der Polofahrer gibt es viele Mythen und Legenden um die eingesetzten Fahrzeuge und deren Technik. Durch Zufall bekamen wir Kontakt zu ehemaligen Cup-Fahrern. Von Motorsportfreunden erhielten wir Hintergundinformationen und Bildmaterial für unsere Seite, um so Interessierten diesen Cup - den Beginn der G-Lader Technik- präsentieren zu können. Wir wünschen dem interessierten Leser eine spannende Unterhaltung.

 

Euer SEMA-Motorsport Team

 

Kapitelübersicht

 

Kapitel 1                            Die Vorgeschichte

 

Kapitel 2                            Die Veranstaltung VW Polo Cup

 

Kapitel 3                            Veranstaltungsdaten/ Termine

 

Kapitel 4                            Die Sieger

 

Kapitel 5                            Impressionen aus dem Cup (Fotos)

 

Kapitel 6                            Technische Daten

 

Kapitel 7                            Die Sicherheitsausrüstung

 

Kapitel 8                            Das Fahrwerk

 

Kapitel 9                            Felgen und Reifen

 

Kapitel 10                          Der Motor (Inhalte folgen)

 

Kapitel 11                          Das Getriebe (Inhalte folgen)

 

 

1. Die Vorgeschichte

 

Wir schreiben das Jahr 1982, der VW Golf 1 GTI Cup geht in seine letzte Saison. Anfang 1983 startet Volkswagen mit dem ersten VW Polo Cup in das neue Motorsportjahr. Die verwendeten Fahrzeuge sind mit einem 88 PS starken Saugmotor ausgerüstet, der seine Kraft durch zwei 40er Solex-Doppelvergaser erreichte. 1986 begann im VW Polo-Cup eine neue Ära des Motorsports und eine kleine Sensation im Motorenbau. Volkswagen Motorsport baute auf der Basis einer 55 PS Polo Karosserie die ersten 50 Cup-Fahrzeuge mit aufgeladenen Verbrennungsmotoren auf. Für die Aufladung kam aber nicht wie gewohnt ein Turbolader zum Einsatz, sondern ein mechanischer Spirallader (Der von VW “G-Lader” genannt wurde). Mit diesem G-Lader erreichte man an einem 1300 ccm Motor eine Leistung von 112 PS, ohne umfangreiche Tuning-Maßnahmen am Motor vornehmen zu müssen. Das Serienmodell, der VW Polo GT G40 leistete sogar 115 PS. Anders als bei Saugmotoren dieser “Hubraum-Klasse” üblich, erreichte der mit einem G-Lader ausgerüstete Motor sein maximales Drehmoment bereits deutlich früher. Dadurch wurde ein ungewöhnlich günstiger Drehmoment-Verlauf erreicht, welcher sehr dynamische Fahreigenschaften ermöglichte. Noch heute gehört den G-Lader zu den Wirkungsgrad stärksten Kompressoren am Markt und die jüngsten Bemühungen der Firma Handtmann (Handmann Spirallader HSL®) zeigen, dass man dem Prinzip Spirallader immer noch eine Zukunft einräumt.

2. Die Veranstaltung VW Polo Cup

 

Der Polo-G40 Cup hieß offiziell "Internationaler Winterhall VW Polo Cup" und wurde als eigene Veranstaltung oder im Rahmenprogramm der DTM zwischen 1986 und 1989 ausgetragen. Für viele der heute noch erfolgreichen Motorsportler, war er ein geeignetes Sprungbrett in den bezahlten Profi-Rennsport. Für die weniger erfolgreichen Fahrer war es eher ein teures Abendteuer, an das man sich aber trotzdem gerne zurück erinnert. Die guten alten Zeiten eben, als es noch echten und ehrlichen Rennsport gab.

3. Veranstaltungsdaten/ Termine

 

Veranstaltungsdaten aus der Polo-Cup Saison 1987

 

 

Veranstaltungsdaten aus der Polo-Cup Saison 1989

saison1987daten.pdf
saison1987daten.pdf

4. Die Sieger

 

Liste der Cup Gewinner 1983-1989

 

Die Fahrer konnten sich je nach Platzierung, über ein mehr oder weniger großes Preisgeld freuen.

 

Platz / Preisgeld

1.       3000DM

2.       2000DM

3.       1500DM

4.       1200DM

5.       1000DM

6.       900DM

7.       800DM

8.       700DM

9.       600DM

10.     500DM

11.     400DM

12.     400DM

13.     400DM

14.     300DM

15.     300DM

16.     200DM

17.     200DM

18.     200DM

19.     200DM

20.     200DM

 

Insgesamt : 15.000DM pro Rennen. In total 15.000 DM (circa 7.500€) per race

[Quelle: VW Motorsport Ausschreibung 1986 Art. 9 Preise]                                                       zum Seitenanfang

 

cupgewinner19831989.pdf

5. Impressionen aus dem Cup

POLO G40 CUP

6. Technische Daten

Motor / Engine:
4 Zylinder, wassergekühlt/ 4 Cylinder, water-cooled, MKB/ Engine-Code: MM
Hubraum / Engine Displacement:
1275 ccm
Verdichtung / Compression:
8,0:1
Leistung / Engine Power:
82 kW/ 112 PS/hp
Kraftstoffaufbereitung / Fuel System:
elektronische Einspritzung/ Multi Point Injection
Beschleunigung / Expedition:
8,4 sec. 0-100 Km/h
Zündung / Ignition:
Digifant Steuergerät/ Digifant ECU
Schmierung / Lubrication:
Nass-Sumpf/ Oil Sump
Kraftübertragung / Clutch:
Verstärkte Sportkupplung (Sachs)/ Sport Upgrade Clutch (Sachs)
Getriebe / Gearbox:
5-Gang Rennsport/ 5-Speed Racing Version, exclusive diff. Lock
Stoßdämpfer / damper:
Fichtel & Sachs -Rennabstimmung
Federn / Springs:
Eibach
Felgen /wheels:
5,5x13 "VW Motorsport" (Centra)
Bereifung / Tyres:
Pirelli-Rennreifen/ Racing Tyres 185/60 VR 13.
(je ein Satz Trocken und Regen.)
Höchstgeschwindigkeit / Peak Speed:
192Km/h


Sonstiges / Specials: 3-Wege-Katalysator mit Lambda-Sonde / Catalytic Converter with Lambda Control
Leichtmetallölkühler, Sportauspuff / Oil-cooler, Sport Exhaust System Innenbelüftete Scheibenbremse vorn / Ventilated Disk
Rennschalensitz, Lederlenkrad / Racing Seat, Leather Steering Wheel
Komplette Sicherheitsausrüstung mit Überrollkäfig, Hosenträgergurt / Rollover Cage, Racing Belts
Halon-Feuerlöscher / Halon-Extinguisher
Zusätzliche Haubenverschlüsse / Bonnet Catches

Die Versuchung bei gleicher Technik am eigenen Auto etwas nachzuhelfen war offenbar groß, wie dieses Rundschreiben von VW Motorsport an die Fahrer zeigt:

schreibenvwmnr.1.pdf

7. Sicherheitsausstattung

In diesem Abschnitt wollen wir uns die Technik der Cup Autos einmal näher anschauen. Wir beginnen mit der obligatorischen Sicherheitsausrüstung, die in jedem Motorsportfahrzeug vorhanden sein muss.

Die Fahrzeuge des Polo Cups waren mit folgender Sicherheitsausrüstung ausgestattet:

 

1. Überrollkäfig der Firma Matter.

(Anmerkung: Die Matter Motorsport GmbH gibt es heute nicht mehr. Die Firma hat damals sehr gut verarbeitete Überrollkäfige hergestellt und verwendete für die Vermarktung einen sehr zynischen Werbespruch, der aber trotzdem einen gewissen Wahrheitsgehalt hatte: “ohne Matter bist Du platter!”)

 

2. 4 Kg Halon im Beifahrerfußraum.

 

3. Notaus, von innen und außen zu betätigen. Die äußere Betätigung war auf der Fahrerseite angebracht.

 

4. Hosenträgergurt und Schalensitz.

 

5. Haubenverschlüsse mit Splint vorne und Federzüge für die Heckklappe.

 

6. Die Scheiben bestanden aus Glas und nicht wie heute üblich aus Makrolon®.

 

8. Das Fahrwerk

Das Fahrwerk der Cup Polos erfuhr eine gründliche Überarbeitung, um den Belangen des Motorsports gerecht zu werden. Die serienmässige Vorderachse wurde durch einen Hilfsrahmen zusätzlich versteift (siehe Bild unten). Der Rahmen überspannte an dem Punkt (C) den Auspufftunnel, der durch seine Aussparung in der Bodengruppe den Vorderwagen schwächt. Die mit (B) gekennzeichneten Punkte, wurden durch verschrauben mit der inneren Querlenkeraufnahme verbunden. Hierzu hat VW-Motorsport ein zusätzliches Befestigungsloch in die Querlenkeraufnahme gebohrt. Die mit (A) gekennzeichneten Punkte wurden an den original Befestigungspunkten für den Stabilisator angeschraubt. Auf der Unterseite des Rahmens befand sich eine Stabilisatoraufnahme, die der originalen entsprach. Jedoch war die Aufnahme 35 mm in Fahrtrichtung versetzt angebracht. Zwei Dinge hat man auf diese Weise erreicht, der Nachlauf wurde vergrössert und der Radstand verlängert.

 

Ergänzt wurde das Fahrwerk hinten durch eine härtere Federn-Stoßdämpferkombination und eine Domstrebe. Die Stoßdämpfer konnten durch Austausch des Dämpferöls in der Härte angepasst werden. Ein exzentrisches Domlager ermöglichte die Sturz- und Nachlaufeinstellung an der Vorderachse. Üblicherweise wurde im Cup mit -3° Sturz gefahren. Beim Saugercup gab es diese Einstellmöglichkeit noch nicht, dort hat man die Federbeine in speziellen Formen gebogen, um mehr Sturz zu erreichen. Die Fahrwerksgummis und Motorlager wurden durch 85 Shore harte Gummis ersetzt.

9 Felgen und Reifen

Für die Felgen des Cup Polos ließen sich die Mitarbeiter von VW-Motorsport etwas ganz besonderes einfallen. Sie ließen durch die Firma Centra, Alufelgen in der Größe 5 1/2 x 13 im Design des VW Logos anfertigen. Die verwendete Bereifung bestand aus Pirelli Slicks und Regenreifen in den Dimensionen 185/60 VR 13. Die Slicks wurden von vielen Fahrern als zu hart empfunden.

< Fortsetzung folgt >

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1. Exzentrisches Domlager

 

2. Eibach Rennsportfeder

 

3. Sachs Federbein