Neues aus der Werkstatt: Eigenentwicklung eines Hilfsrahmens


Das Thema Hilfsrahmen ist schon so alt wie der Polo 86c selbst. Die VW- Ingenieure haben besonders den Vorderwagen der letzten Baureihe (wird häufig auch als Polo 2F bezeichnet) mit einer sehr verwindungsanfälligen Konstruktion versehen. Gerade bei sportlicher Fahrweise trägt der schwammige Vorderwagen nicht zu der gewünschten Lenkpräzision bei und es kommt vereinzelnd sogar zu Rissen in der Stabilisatoraufnahme. Aus diesem Grund hat VW-Motorsport im Polo G40-Cup einen Hilfsrahmen eingesetzt und auch viele Tuner wie z.B. das Ingenieurbüro Salzmann bieten entsprechende Fertiglösungen an. Für Serienfahrzeuge war bei VW ein Unterfahrschutz für Post- und Forstfahrzeuge erhältlich. Diese von VW als Triebwerkunterschutz bezeichnete Versteifung schützt den Motor vor Bodenkontakt und gibt der Karosserie zusätzliche Stabilität. Als Zubehör heute nur noch selten gebraucht und häufig in schlechtem Zustand zu bekommen, stellt er für uns keine geeignete Alternative dar.

Wir haben bereits mit verschiedenen Fertiglösungen Erfahrungen sammeln können und sind aufgrund einiger Nachteile (z.B. Wartungsfreundlichkeit und Bodenfreiheit) zu dem Entschluss gekommen eine Eigenentwicklung anzustreben.
Die fertige Lösung soll möglichst leicht, verwindungssteif und wartungsfreundlich sein. Die im Rahmen auftretenden Kräfte müssen dabei gleichmäßig in die Karosserie eingeleitet werden.

Die ersten Frästeile sind fertig konstruiert und befinden sich bereits bei den Jungs von Depenau-Motorsport in der Fertigung.
www.depenaumotorsport.de

Abb. 1: Teil einer Rohrklemmung

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Alle Einzelteile für den Rahmen werden durch uns entworfen und mit einem CAD-Programm gezeichnet (Abb. 2). Fräs- und Drehteile lassen wir außerhalb fertigen. Die Einzelteile werden anschließend durch uns, mittels WIG-Schweißverfahren, zu einem kompletten Rahmen verbunden. Mit Hilfe einer speziellen Software werden Schablonen angefertiegt, die für die passgenaue Bearbeitung von Stoßverbindungen bei Rohren zum Einsatz kommen. Je genauer die Rahmenteile vorbereitet werden, desto weniger Verzug wird anschließend durch den Schweißvorgang auftreten.

Abb. 2: Technische Zeichnung

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Erste Lieferung

Nachdem wir weitere Einzelteile für unser Entwicklungsvorhaben am Rechner konstruiert haben, wurden bereits die ersten Bauteile von der Firma CNC-Fertigung Kiel GmbH fertiggestellt. Es handelt sich dabei um zwei Aufnahmebuchsen (Abb. 3) mit denen der Rahmen am Fahrzeug verschraubt wird. Die Aufnahmebuchsen wurden als Drehteil gefertigt und bestehen aus handelsüblichen Baustahl.

Abb. 3: Aufnahmebuchsen

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Fortsetzung folgt...